Miners Habari #27

Hallo, ihr Lieben!
Dieser Brief ist etwas länger, da wir sehr viel zu erzählen haben. So werden in Isiolo (Norden Kenias) und in Kapoeta (Süd Sudan) Kliniken bald eröffnet, die David mit planen durfte. Auch die Soul Care Retreats haben einen tiefen Impact gehabt. Schön, dass du mit uns unterwegs bist!


Banda Health
Vor einiger Zeit durften wir etwas richtig Schönes feiern, das ich gerne mit euch teilen möchte: Banda Health unterstützt schon länger einen Partnerdienst im Norden Kenias, in Isiolo. Aus der bestehenden Klinik entsteht gerade ein kleines Regionalspital. Ich durfte bei der Planung mithelfen und war zum Spatenstich eingeladen.

Gemeinsam mit Vertretern aus Regierung, Kirchen und der lokalen Gemeinschaft haben wir diesen Start gefeiert. Inzwischen ist sogar schon das Fundament gelegt worden. Besonders war, dass ein Bischof gekommen ist, der nur selten in der Region ist – und dadurch sind viele Gemeinden aus der ganzen Umgebung zusammengekommen zu einem großen Gottesdienst. Es wurde fast zu einem richtigen Wettkampf der Chöre: verschiedene Gruppen, jede in ihrer eigenen Sprache, mit Tänzen, Farben und traditioneller Kleidung. Das habe ich sehr genossen.

Es war einfach schön zu sehen, wie vielfältig und lebendig Gottes Reich ist – wie Menschen ihn auf so unterschiedliche, bunte Weise anbeten.

Im Südsudan gibt es ermutigende Fortschritte: Unser Freund Lobai hat seine Ausbildung in Kijabe abgeschlossen und kehrt nun zurück, um die Arbeit vor Ort weiter auszubauen. Das Grundstück für Gesundheitszentrum – die bald in einer Region mit über eine Million Menschen ohne chirurgische Dienste Hoffnung geben soll –  ist gesichert und die Vereinbarungen mit den verschiedenen Kirchen sind unterschrieben – das war eine herausfordernde „Friedenstifter“ Aktion, weil viele nicht miteinander arbeiten wollten. 

Dazu ist eine kleinere Einrichtung in der Stadt bereits fertig gebaut und lizenziert, aber Einrichtung, Ausrüstung und Medikamente fehlen noch. Bisher fanden viele Behandlungen im Rahmen von Outreach-Einsätzen über Gemeinden statt – mit der neuen Einrichtung wird nun eine deutlich umfassendere Versorgung möglich. Gleichzeitig stehen wir vor praktischen Herausforderungen, z. B. Medikamente überhaupt ins Land zu bekommen. Bitte betet besonders für die kommenden Trainings und für einen guten Start der Klinik in den nächsten Wochen. Wer das Projekt gezielt unterstützen oder im Gebet begleiten möchte (z. B. über eine WhatsApp-Gruppe), darf sich gerne bei mir melden.

In Niger begleiten wir einen engagierten Arzt, der bereits eine sehr gute Arbeit aufgebaut hat und mit Banda Health Unterstützung jetzt expandieren möchte. Immer mehr Menschen – unter anderem Geflüchtete aus den Konfliktregionen der Sahelzone – kommen zu seiner Klinik und bekommen liebevolle Versorgung ohne Demütigung. In einem Umfeld, in dem sich viele internationale Organisationen aufgrund der Sicherheitslage zurückgezogen haben, sind es genau solche lokale Leiter, die Verantwortung übernehmen und nachhaltige Hilfe leisten, genau diese Leute sollten wir mit allem Eifer unterstützen. Bitte betet für Schutz, Weisheit und die nötigen Ressourcen für diesen nächsten Schritt.

Ein großer Schwerpunkt bleibt das neue Krankenhaus in Mosambik: Wir sind dankbar für wichtige Fortschritte im regulatorischen Bereich, auch wenn noch einiges zu tun ist. Gleichzeitig haben wir unseren Ansatz angepasst: Statt direkt ein großes Krankenhaus zu bauen, starten wir mit einer kleineren ambulanten Klinik in Nampula. So können wir praktisch testen, ob Regierungsorgane und verschiedene Ämter ihr Wort halten werden bei Rahmenbedingungen wie Import von Medikamenten, Visa für Fachpersonal und Ausbildungsmöglichkeiten. Dieser Schritt hilft uns, das Projekt langfristig gesünder und tragfähiger aufzubauen. Wer möchte, kann sich hier konkret einbringen: Wir bauen sogenannte „Launch Teams“ auf – kleine Gruppen, die das Projekt im Gebet begleiten und im eigenen Umfeld weitertragen. Über unsere Website oder Facebook-Gruppe gibt es dazu weitere Informationen und ihr helft damit, dass mehr Menschen von diesem einmalligen Projekt erfahren.


Soul Care Retreats
Kennt ihr das Gefühl erschöpft, aber gleichsam  total ermutigt zu sein? So geht es mir jedes Jahr nach den Soul Care Retreats, an denen heuer wieder rund 60 Menschen teilnahmen.

Am ersten Retreat Tag nahmen wir eine Art Geist der Verwahrlosung und  Depression war. In einigen TeilnehmerInnen war sogar – im wahren Sinne des Wortes – Lebensmüdigkeit zu spüren. Umso schöner zu hören, wie sich einige der TeilnehmerInnen bewusst für das Leben entschieden und Gott als eine Realität erleben durften. (Eine Lady, die vor ein paar Wochen noch in Nairobis Rotlicht unterwegs war, hat sich entschieden Ihm nachzufolgen!) – Auferstehungskraft!
Es ist immer sehr schwer in Worte zu fassen, was Gott getan hat, aber ein paar der Zeugnisse möchte ich mit euch teilen.

„Der Garten meines Herzens war voller Bitterkeit, Scham und Wut — sogar voller Selbsthass. Ich habe versucht, mir das Leben zu nehmen. Und als Pastor in einer kleinen Gemeinschaft waren die Konsequenzen davon besonders schwer und isolierend. Aber Gott hat mich geheilt. Ich habe meine Scham zum Kreuz gebracht. Ich habe noch nie die Gegenwart Gottes so erlebt wie in den letzten Tagen“
(kenianischer Pastor)

Eine Teilnehmerin wurde förmlich hergebetet, sie hat 3 mal zu und dann 3x wieder abgesagt, hier ist was sie gesagt hat:

Ich wollte nicht kommen, aber so viele Menschen haben gesagt dass ich das brauche. Gott hat mir gesagt dass ich ruhen sollte, aber ich spürte dass ich das nicht verdiene, ich bin nicht genug. Gott hat mich gefragt, „warum willst du meine Ruhe nicht?“ Ich bin Christ seid 1992, aber da war immer eine Blockade und ich habe erkannt dass es mein Selbstwert ist. Ich habe mich immer tiefgründig gehasst, und die Wurzel ist dass ich nicht mit Fehlern und dem zweiten Platz umgehen kann. Was ich mitnehme ist dass ich noch nie zu mir selber gesagt habe: „ich liebe dich.“
(asiatische Missionarin)

Im zweiten Seminar ging es um das Thema „Wurzeln in Gott“. Faszinierend dass ein Weingärtner jährlich 80-90% der Reben zurückschneidet! Wir haben darüber nachgedacht wo ein Stutzen meiner Verhaltensweisen und Aktivitäten dran werden, damit die Lebensfrüchte einen besseren Geschmack bekommen. Da der Hunger nach Mehr so groß ist, haben wir nun eine online „Wurzelgruppe“ gestartet, in der wir üben Gottes Wort zu „verstoffwechseln“ anhand von verschiedenen kreativen Bibelmeditationen!


Was sonst noch so los ist: 
Noemi hatte eine richtig gute Zeit mit ihren Klassenkameraden auf Klassenfahrt – ein Highlight war das Abseilen im Wasserfall. Sie genießt es auch im Lobpreisteam der Schule zu singen.
Bei David war es gesundheitlich eine herausfordernde Zeit – er lag mehrere Wochen flach, und es war gar nicht so einfach herauszufinden, was genau los ist. Inzwischen haben wir die Diagnose für eine parasitäre Infektion (Bilharziose) bekommen, die jetzt behandelt wird. Wir sind sehr dankbar, dass es ihm wieder deutlich besser geht und er inzwischen wieder auf den Beinen ist.
Ein echtes Highlight war auch, dass Layla es in die beste Volleyballmannschaft (Varsity) ihrer Schule geschafft hat – sie freut sich sehr darüber.
Sehr besonders war auch ein Miner-Geschwister+ Wochenende! Vier von fünf Miner-Geschwistern waren mit ihren Familien hier in Kijabe, und wir konnten als große Familie Zeit miteinander verbringen.
Zu Ostern feierten wir mit Feunden ein Ceder Fest! 

Sehr besonders war auch ein Miner-Geschwister+ Wochenende! Vier von fünf Miner-Geschwistern waren mit ihren Familien hier in Kijabe, und wir konnten als große Familie Zeit miteinander verbringen.
Zu Ostern feierten wir mit Feunden ein Ceder Fest! 

DANKBAR:

  • Für gesegnete Soul Care Retreats
  • Für spannende Kooperationen mit verschiedenen Spitälern
  • Für eine feine Gemeinschaft mit Freunde, Glaubensgeschwister und Familie
  • Für die neue Rooted – online Gruppe

HOFFNUNGSVOLL:

  • Dass sich David’s Darm & Leber wieder komplett erholen
  • Dass Noemi & Layla Perspektive gewinnen (v.a. im Sommer) bezüglich weiterführender Ausbildung
  • Hoffnung und Heilung in Trauer um Bruder von Lisas Freudin (Zippy)

Es macht uns tief dankbar zu wissen, dass so viele von euch hinter uns stehen!
Im Juli und August sind wir wieder in Österreich, wo Noemi ihren ersten Ferialjob machen wird und wir auch wieder einige von euch sehen werden.

Liebe Grüße aus Kenia,
David & Lisa mit Noemi und Layla