…wie eine Vision zur Mission wurde
Als ich 2019 zum ersten Mal nach Kenia kam, bewegte mich ein Gedanke immer wieder: der Bedarf an Räumen für innere Heilung – Angebote, die tiefer gehen und Menschen in ihrer Heilungsreise in die Gegenwart Gottes führen.
Aus dieser Sehnsucht wurde eine Vision, die Gott Schritt für Schritt Wirklichkeit werden ließ. Was mit einer einfachen Frage an meine geistliche Mutter in Europa begann – „Wärst du bereit, etwas in Afrika zu starten?“ – entwickelte sich zu einem Glaubensschritt. Es war der Mut, etwas völlig Neues zu wagen, und das Vertrauen darauf, dass Gott selbst die richtigen Menschen und Ressourcen zur Verfügung stellen würde. Im Mai 2022 fand schließlich das erste Soul Care Retreat statt.
Der Herzgarten
Stellen die dein Herz wie einen Garten vor. Manche Gärten sind lebendig und voller Blüte, andere sind verwildert, überwuchert oder ausgetrocknet. Wir alle sehnen uns nach einem Garten, in dem Frucht und Schönheit wachsen und starke Bäume Wurzeln schlagen können. Doch ein Garten kann sich nicht selbst pflegen – er braucht einen Gärtner. So ist es auch mit unserem Herzen.
Dieses Bild des „Herzgartens“ wurde zum zentralen Thema unserer Soul Care Retreats in Kenia. Rund 90 Männer und Frauen nahmen daran teil – viele von ihnen an einem Wendepunkt ihres Lebens, unsicher, wie es weitergehen soll, und mit Lasten, die sie alleine kaum tragen konnten.
Durch Lehreinheiten, Rollenspiele und Zeiten der Stille wurden die Teilnehmenden eingeladen, ehrlich auf den Zustand ihres Herzens zu schauen. Auf welchem Boden wächst ihr Leben? Gibt es Dornen der Angst, die zarte Pflanzen ersticken? Liegen schwere Steine von Trauma im Weg, die Teile des Gartens unfruchtbar machen? Wurden Mauern des Selbstschutzes so hoch gebaut, dass selbst Gottes Güte kaum noch durchdringen kann?
Die Geschichten, die wir hörten, waren oft roh und erschütternd: Missbrauch, jahrelange Erniedrigung, Verrat, Angst und Scham. Für manche war es das erste Mal, dass ihnen jemand wirklich zuhörte – behutsam und ohne zu verurteilen. In diesem geschützten Raum flossen Tränen, Herzen öffneten sich, und Schmerz durfte ans Licht kommen.
Und etwas Wunderschönes geschah: Was mit Weinen und Verzweiflung begann, verwandelte sich Schritt für Schritt in Frieden. Wie Jesus sagt: „Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ Wir durften tiefe Heilung und echte Freiheit miterleben. Einige Teilnehmende berichteten von so tiefgreifenden Veränderungen – besonders in ihren Familien –, dass sie diese nur als Wunder beschreiben konnten.
Was die TeilnehmerInnen sagen:
„Der Garten meines Herzens war voller Bitterkeit, Scham und Wut — sogar voller Selbsthass. Ich habe versucht, mir das Leben zu nehmen. Und als Pastor in einer kleinen Gemeinschaft waren die Konsequenzen davon besonders schwer und isolierend. Aber Gott hat mich geheilt. Ich habe meine Scham zum Kreuz gebracht.
Ich habe noch nie die Gegenwart Gottes so erlebt wie in den letzten Tagen“ (kenianischer Pastor)
Eine Teilnehmerin wurde förmlich hergebetet, sie hat 3 mal zu und dann 3x wieder abgesagt, hier ist was sie gesagt hat:
Ich wollte nicht kommen, aber so viele Menschen haben gesagt dass ich das brauche. Gott hat mir gesagt dass ich ruhen sollte, aber ich spürte dass ich das nicht verdiene, ich bin nicht genug.
Der Herr hat mich gefragt, warum willst du meine Ruhe nicht? Ich bin Christ seid 1992, aber da war immer eine Blockade und ich habe erkannt dass es mein Selbstwert ist. Ich habe mich immer tiefgründig gehasst, und die Wurzel ist dass ich nicht mit Fehlern und dem zweiten Platz umgehen kann. Was ich mitnehme ist dass ich noch nie zu mir selber gesagt habe: „ich liebe dich.“
(sagt eine asiatische Missionarin)
Dank treuer Unterstützerinnen und Unterstützer sowie eines engagierten Teams können auch Menschen ohne finanzielle Mittel teilnehmen. Wir sind dankbar, Teil seines Wirkens zu sein und die „Herzgärten“ seiner Kinder mitpflegen zu dürfen.
Was als Vision begann, ist heute ein wachsender Dienst geworden: ein Ort, an dem Herzen heil werden, Leben erneuert werden und die Hoffnung Christi ganz praktisch erfahrbar wird.