Jambo aus Kenia!
Während wir diesen Rundbrief schreiben, sind bei uns gerade Schulferien. Für unsere Mädchen ging wieder ein Schuljahr zu Ende – inzwischen schon die 9. und 11. Schulstufe. Verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Gleichzeitig durften wir in den letzten Monaten an ganz unterschiedlichen Orten miterleben, wie Gott Türen öffnet und Menschen zusammenbringt. Ein paar dieser Geschichten möchten wir heute mit euch teilen.
Südsudan
Im letzten Rundbrief haben wir euch von unserem Freund Lobai erzählt, der nach seiner Weiterbildung in Kijabe nach Kapoeta im Südsudan zurückgekehrt ist und dort seine erste Klinik eröffnet hat. Inzwischen werden dort bereits Patienten behandelt – ein wichtiger Schritt für die Menschen in der Region.
Besonders gefreut hat uns eine Initiative aus unserer Gemeinde: Beim Charity-Lauf haben Kinder Spenden gesammelt, sodass das Labor der Klinik nun mit wichtigen Geräten ausgestattet werden kann. Liebe Kinder (und Eltern ;-)) wir sind euch so dankbar! Lobai hat gerade die ersten Geräte gekauft. Sobald alles installiert ist, wird das Labor als einziges im gesamten Bundesstaat ein großes Blutbild (CBC) durchführen können. Für rund 1,4 Millionen Menschen macht das einen riesigen Unterschied. Wir sind gespannt, euch im nächsten Rundbrief von den ersten Auswirkungen berichten zu können.
Das kurze Video haben wir übrigens für die beteiligten Kinder aufgenommen. Vielleicht wäre so etwas ja auch eine Idee für eure Gemeinde, Jugend- oder Kindergruppe. Es ist wirklich schön zu sehen, wenn Kinder merken, dass sie schon jetzt ganz praktisch einen Unterschied machen können.
Tansania
In den vergangenen Monaten war David auch mehrmals in Tansania. Dort begleitet er ein neues Projekt, das sich auf die Versorgung von Kindern sowie Früh- und Neugeborenen spezialisiert. Auf dem Foto seht ihr einen Strategieworkshop mit dem Team. Es ging darum, gemeinsam einen Weg zu finden, wie aus vielen guten Ideen ein klares gemeinsames Projekt und konkrete nächste Schritte werden können.

Es hat richtig Freude gemacht zu sehen, wie viel Erfahrung, Leidenschaft und Hoffnung in diesem Team steckt – besonders für die Versorgung von Neugeborenen und Frühgeborenen in einem Umfeld, in dem oft nur sehr wenige Mittel zur Verfügung stehen.

Falls euch das Thema interessiert, schaut euch unbedingt einmal ihre Website an. Das Team organisiert regelmäßig Konferenzen und Fortbildungen rund um Neonatologie in einem ressourcenarmen afrikanischen Kontext und hat auf diesem Gebiet sehr viel praktische Erfahrung gesammelt.
Soul Care
Im 2. Korinther 5 schreibt Paulus, dass Gott uns den Dienst der Versöhnung anvertraut hat.
Je länger ich (Lisa) in Kenia lebe, desto mehr merke ich: Eines der größten Probleme vieler Menschen ist „Unversöhntheit“. Sie verstärkt oft andere Herausforderungen wie Armut, Krankheit oder Hoffnungslosigkeit.
Viele Menschen sind nicht mit ihrer eigenen Geschichte versöhnt. Sie tragen Verletzungen aus ihrer Kindheit mit sich herum. Familien leben seit Jahren im Streit, ganze Gemeinschaften sind von Misstrauen geprägt. Viele glauben zwar an Gott, erleben seine Freiheit aber nicht wirklich.
Ein Grund dafür ist, dass die Kultur Menschen oft eher darin bestärkt – oder sogar belohnt –, unversöhnt zu bleiben.

Vor Kurzem erklärte mir eine Teilnehmerin in einem Seminar über Konfliktmanagement:
„Das mit dem Bekennen und um Vergebung bitten funktioniert bei uns nicht. Wenn ich mich als Pastor oder als Elternteil – also als Person mit Autorität – entschuldige, zeige ich Schwäche. Dann sieht es so aus, als wäre ich an allem schuld, und ich verliere mein Gesicht.“
Mich hat diese Aussage sehr beschäftigt. Wie soll Versöhnung entstehen, wenn niemand den ersten Schritt wagen kann?

Umso schöner ist es, wenn kulturelle Prägungen überwunden werden und Pastoren in einem Training offen über ihre „dunklen Ecken“ sprechen. Genau dort beginnt oft echte Veränderung.
Im vergangenen Jahr hat sich mein Dienst etwas verändert. Neben den Soul-Care-Retreats investiere ich inzwischen viel Zeit in den Aufbau von Netzwerken und in die Ausbildung von Leitern. Mein Wunsch ist es, dass Gemeinden selbst zu Orten werden, an denen Menschen Heilung, Annahme und Versöhnung erleben können.
Was sonst noch so los ist:
Noemi hat heuer nicht nur die 11. Schulstufe abgeschlossen. Als Jahrgang organisiert ihre Klasse auch den Abschlussball der Maturaklassen – von der Dekoration bis zum gesamten Ablauf. Gleichzeitig hat sie ihre AP-Kurse erfolgreich abgeschlossen. Da sie eine amerikanische Schule besucht, sind diese zusätzlichen Kurse nötig, damit ihr Abschluss später dem österreichischen Maturaniveau entspricht. Auf dem Foto arbeitet sie an ihrem Kunstprojekt, das der Frage nachging: How can i describe home, when it exists at multiple places?“
Layla hatte viel Freude im Volleyballteam ihrer Schule. Die Mannschaft spielt auf nationalem Niveau und reist für Turniere durch ganz Kenia – eine tolle Erfahrung.
Zwischendurch haben wir uns auch ein paar Tage Auszeit gegönnt und gemeinsam mit Dani, Gabi und ihren Kindern die Küste genossen. Solche Zeiten tun gut und erinnern uns daran, wie wichtig Familie und Freundschaften sind.


DANKBAR:
- Dass wir gerade erleben dürfen, wie in vielen Projekten der letzten Jahre erste Früchte sichtbar werden.
- Für Gottes Bewahrung auf vielen Reisen und tausenden Kilometern auf Ostafrikas Straßen.
- Für so viele großzügige und hilfsbereite Menschen – besonders für den Charity Run der Kinder zugunsten von Lobais Klinik.
- Dass Lisa’s Freundin Zippy eine Arbeitsstelle gefunden hat.
HOFFNGSVOLL:
- Für Weisheit bei der Weiterentwicklung von Rooted – den Retreats, dem neuen Tagesformat und der geplanten Onlinegruppe.
- Für den weiteren Aufbau eines starken Netzwerks von Trauma-Healing-Facilitators und guter Zusammenarbeit mit Gemeinden.
- Für Weisheit als Familie, während wir in den kommenden Monaten wichtige Entscheidungen für den nächsten Lebensabschnitt unserer Mädchen treffen.

In den kommenden Tagen sind wir wieder für ein paar Wochen in Österreich. Wir freuen uns schon darauf, viele von euch wiederzusehen, alte Freundschaften zu pflegen und von dem zu erzählen, was Gott in den letzten Monaten getan hat. Hier unsere Termine. Wenn ihr in der Nähe seid, kommt gerne vorbei – wir würden uns freuen!
- 26.7. – KUM Salzburg
- 30.7. – Erzählabend zusammen mit Dani & Gabi Miner, KUM Salzburg
- 2.8. – Freikirche Böheimkirchen
- 9.8. – Baptistengemeinde Innsbruck
- 16.8. – EFG Mödling
- 23.8. – EFK Kapfenberg
Gottes Segen und hoffentlich bis bald!
David & Lisa mit Noemi und Layla